Teamführung während Corona: So sprechen Sie mit Ihrem Team in Krisenzeiten

Teamführung während Corona: So sprechen Sie mit Ihrem Team in Krisenzeiten

Die Coronakrise eskaliert weiter, der normale Geschäftsbetrieb ist mittlerweile fast genauso normal angehalten und als Führungskraft setzt man sich bestmöglich mit der unbekannten Situation auseinander.

Sie wissen nicht, wann Ihre Mitarbeiter ins Büro zurückkehren können und wie unterschiedlich die Dinge sein werden, wenn dieser Zeitpunkt kommt. Die erste Regel guter Teamführung während Corona heißt, dass Sie in ständiger Kommunikation mit Ihrem Team stehen.

  • Welche Informationen - und wie viele davon - sollten Sie mit Ihren Leuten über den Zustand des Unternehmens teilen?
  • Wie können Sie offen über die Möglichkeit von Lohnkürzungen und Entlassungen sein, ohne Ihr Team zu demoralisieren?
  • Und wie können Sie in dieser Zeit der Unsicherheit Sicherheit bieten, ohne den Menschen falsche Hoffnung zu geben?

Um Ihnen einen schnellen Überblick zu verschaffen und hilfreiche Tipps zu geben, haben wir die Do’s und Don’ts der Führung in der Corona Krise zusammengestellt, die Ihnen jetzt helfen.

Teamführung während Corona: Die Do’s & Don’ts

DO

Verstehen Sie die Führungsherausforderung, der Sie gegenüberstehen - Sie bringen Ihren Mitarbeitern bei, wie sie in einer Krise erfolgreich sein können

Versetzten Sie sich in die Perspektive Ihrer Mitarbeiter und überlegen Sie, was Sie von Ihnen als Vorgesetztem hören möchten

Ermutigen Sie Ihr Team durch mitreißende, inspirierende Sprache. Ihre Botschaft sollte lauten: "Wir kommen gemeinsam durch diese Zeit."

DON‘T

Beteiligung an Spekulationen und Gerüchten: Seien Sie ehrlich und vor allem ehrlich bezüglich der Weitergabe von Fakten

Beschönigen der Situation: Andernfalls werden Sie als Lügner oder als jemand wahrgenommen, der an wichtigen Entscheidungen nicht beteiligt wird.

Ignorieren von Persönlichem: Vereinbaren Sie gerade jetzt Einzelgespräche, (virtuelle) Meetings in kleinen Gruppen mit Ihren Teammitgliedern und bieten Sie jederzeit Unterstützung an.

Was die Experten sagen

Das Ausmaß, in dem Corona Unternehmen verändern wird, ist ein beispielloses Ereignis in der modernen Geschichte.

Laut Paul Argenti, Professor für Unternehmenskommunikation an der Tuck School of Business am Dartmouth College, ist die Erfahrung für die Führungsebene eines Unternehmens betrachtet jedoch nicht unbedingt einzigartig. Ähnlich wie bei anderen Krisen (11. September oder der globalen Finanzkrise) fühlen sich die Arbeitnehmer ängstlich und besorgt.

„Unsicherheit löst Angst aus", sagt er. "Menschen verlieren die Nerven und fragen sich: Was bedeutet das für mein Unternehmen, meinen Job und meine Zukunft?"

Ihre Rolle als Manager in diesen Zeiten bestehe darin, „Vertrauen und Stärke zu projizieren.“

Laut Tim Grove, dem Vorstand der Harbinger AG, sind in dieser Situation Coaches anstatt autoritäre Chefs gefragt: „Menschen wollen (gerade jetzt) aber auch geführt und gefördert werden. Wer das versteht und in der Teamführung Wege findet Verantwortung abzugeben, bestärkt seine Mitarbeiter und Teamfähigkeit, während er sich selbst Räume freischaufelt. Gute Krisenmanager sind keine Mikromanager.“

Rüsten Sie sich mental, bevor Sie sich vor Ihr Team stellen

Bevor Sie als Führungskraft während Corona mit Ihrem Team sprechen, sollten Sie die Herausforderung vollends verstehen, die vor Ihnen liegt, erklärt Argenti. Im Wesentlichen "bringen Sie den Menschen bei, wie sie in einer Krise erfolgreich sein können", sagt er. "Dies ist der ultimative Test für Ihre Teamführung und die Gelegenheit, Ihren Mitarbeitern und Kollegen zu zeigen, woraus Sie gemacht sind."

Mutig vorangehen

Als Vorgesetzter ist es Ihr Ziel, „die Person [für Ihre Mitarbeiter] zu sein, bei der man Anleitung und Hilfestellung erhält.“

Wir empfehlen Führungskräften im Leadership Coaching sich gerade in Krisenzeiten so weit wie möglich an Ihre Routinen zu halten. Wenn Sie das gewährleisten können, benötigen Sie danach eine Strategie, wie und wann Sie mit Ihrem Team über aktuelle Situation kommunizieren.

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Wenn sich Ihre Organisation in einer Krise befindet, müssen Sie „früh und häufig kommunizieren“, sagt Argenti. „Der Kopf-in-Sand-stecken-Ansatz funktioniert hier nicht."

Denken Sie daran: Es wird eine Zeit danach geben, in der Ihr Team und Sie selbst, als Führungskraft nach Corona, gestärkt aus der Krise gehen sollten.

Erwartungen und Probleme kommunizieren

Ihr Team muss wissen, was Sie von ihm erwarten, wann und wie häufig es Informationen von Ihnen sowie von der Führung Ihres Unternehmens erhält.

Führen Sie regelmäßig kleine Besprechungen und Einzelgespräche, um die dringendsten Probleme Ihrer einzelnen Teammitglieder zu verstehen. Idealerweise hat Ihre Organisation eine zentrale „koordinierte Clearingstelle“ eingerichtet, in der Mitarbeiter Fragen stellen können.

Umsichtig Gespräche führen

Bedenken Sie stets den Background Ihrer Mitarbeiter, um anschließend ihre Perspektiven einnehmen zu können. Argenit dazu: „Schauen Sie auf die Situation durch Ihre Augen an und überlegen Sie, was Sie selbst hören möchten." Sie möchten höchstwahrscheinlich die Gewissheit haben, dass „dies irgendwann enden wird", aber was noch wichtiger ist, Sie möchten glauben, dass die Führung "keine Informationen hortet".

Demütig sein.

Tatsache ist: Keiner von uns hat viel Klarheit darüber, was vor uns liegt. Sie sollten als Führungskraft also das zugeben, was Sie nicht wissen.

Nehmen wir als Beispiel an, ein Mitarbeiter fragt Sie, ob es zu Entlassungen kommen wird. Obwohl Ihnen mitgeteilt wurde, dass dies zur Diskussion steht, sind Sie sich nicht sicher, ob dies passieren wird. Sie wissen genauso wenig, ob es in Zukunft dazu kommen kann, wenn sich die Krise weiter verschärft.

Argenti empfiehlt eine Aussage zu treffen wie: „Ich wünschte, ich könnte Ihnen genau sagen, was passieren wird. Wir geben Ihnen Updates, sobald wir sie kennen."

Grove sagt zum Thema Demut während der Krise: „Während Sie auf Ihre mittel- und langfristigen Ziele hinarbeiten, achten Sie auf die starken als auch auf die schwachen Signale, die Ihnen Ihr Umfeld und Ihre Mitarbeiter geben. Dies erfordert ein gewisses Maß an Demut, da Sie wahrscheinlich einige Ihrer als zutreffend deklarierten Annahmen aufgeben müssen.“

Fuehrungskraft nach corona

Nichts beschönigen.

Vielleicht sind Sie aktuell versucht, Nachrichten zu beschönigen, die nicht gut aufgenommen werden. Der Wunsch, Ihrem Team Ängste zu nehmen oder diese zu lindern, ist verständlich und menschlich. Aber, warnt Amy Edmondson (Novartis Professorin für Führung und Management an der Havard Business School), es tut niemandem einen Gefallen. "Wenn Sie etwas beschönigen, wirken Sie wie ein Lügner oder jemand, der nicht wirklich in Kontakt mit den Entscheidungsträgern ist", sagt sie.

Wenn das Management beispielsweise beschlossen hat, die Löhne zu senken, aber bis jetzt nicht auf einem gemeinsamen Nenner angekommen ist, tun Sie nicht so, als ob nichts geschehen wäre, auch wenn Sie keine genauen Angaben machen können.

Außerdem werden alle Tatsachen der Situation im Laufe der Zeit offensichtlich und das Durchsickern harter Realitäten kann nach hinten losgehen. "Wenn die Wahrheit häppchenweise herauskommt, baut das kein Vertrauen auf."

Verantwortlich sein.

Egal was passiert, wenn Sie kein grünes Licht für den Austausch von Informationen über Entlassungen oder Lohnkürzungen erhalten haben, können Sie auch nichts dazu sagen.

„Man kann nicht einmal etwas andeuten", sagt Argenti. „Sie haben eine Verantwortung gegenüber dem Unternehmen, gewisse Linien nicht zu überschreiten.“

Selbst wenn ein Mitarbeiter Ihnen eine direkte Frage stellt, können Sie nicht sagen: „Ich darf Ihnen das nicht sagen, aber…“

Inspirierend und visionär führen

Wachsen Sie im Angesicht der Krise, anstatt sich Ihr zu beugen. „Betonen Sie die Fähigkeiten Ihres Teams" und verwenden Sie ruhig eine mitreißende Sprache, um alle zur Zusammenarbeit zu ermutigen, sagt Edmondson. Drücken Sie Ihre „Hoffnung aus, dass Sie alle diese Krise überwinden", sagt Argenti. "Seien Sie so enthusiastisch, wie Sie sein können", unter den gegebenen Umständen. Ihr Ton sollte "nicht zu positiv und nicht zu negativ" sein, fügt er hinzu.

„Seien oder werden Sie eine moderne Führungskraft nach Corona, die Verantwortung übernimmt und ihre Vision mit ihrem Team teilt.“, sagt Grove zum Thema Vision während Corona. „Ihre Vision nach der Coronakrise gehört in genau diese Feedbackgespräche, die informell und regulär sein sollten. Warten Sie also nicht auf das nächste Mitarbeiterjahresgespräch, um Ihren Mitarbeitern Hilfestellung zu der Arbeit und den Änderungen durch und nach der Pandemie zu geben und so regelmäßig starkes Coaching im Berufsalltag vorzuleben.”

Bieten Sie (immer) Unterstützung an

Besonders in dieser Zeit ist es zudem wichtig, die individuellen Sorgen und Belastungen Ihrer Teammitglieder zu verstehen. „Sie können die Emotionen anderer Menschen nicht beeinflussen. Alles, was Sie tun können, ist die Angst zu minimieren, die sie haben “, sagt Argenti. Da die meisten Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten, können Sie sich nicht auf Flurgespräche verlassen, um ihr Befinden einzuschätzen. "Es gibt nicht genug Zoom-Meetings auf der Welt, um das auszugleichen, was verloren geht, wenn Ihr Team physisch nicht zusammen ist."

Wenden Sie sich regelmäßig in der Zeit von Home Office und Videokonferenzen an Ihr Team, um zu erfahren, wo Ihre Beschäftigen mit Ihren Projekten stehen und wie die Stimmung ist. Hören Sie genau hin, was Ihre Mitarbeiter beschäftigt und stellen Sie so sicher, dass Sie Führungsfehler während Corona vermeiden.

Die meisten Menschen müssen hören, dass es ihnen gut gehen wird, sagt Argenti. Geben Sie "jede Sicherheit, die Sie können."

Erfahren Sie in unserem Corona-FAQ für Führungskräfte in Ergänzung zu diesem Text Antworten auf die wichtigsten Fragen während dieser außerordentlichen Zeit.

Quelle externer Expertenstimmen: hbr.org

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